Neues Grün für alte Schule

Ein hässlicher Kiesstreifen zierte die Straßenfront am alten Schulgebäude in Westerhausen. Ein Dorn im Auge von Bärbel Tropp, Einwohnerin von Westerhausen, seit 2018 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Blühendes Hennef und seit Mai 2025 als Beisitzerin im Vorstand des Trägervereins Historisches Schulgebäude. Was also liegt näher, als mit Hilfe der „AG BlüHen“ aus dem tristen Graustreifen ein hübsches und insektenfreundliches Beet zu machen? Es geschah am 6. Juni, und zwar exakt nach der Zielsetzung der AG: „Wir engagieren uns für mehr und besonders insektenfreundliches Grün. Wir unterstützen und ermutigen Menschen, kleinere und größere Schritte zu gehen, um in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung etwas für Insekten und damit für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt zu tun“, so Bärbel Tropp.

Die Pflanzer v.l.n.r.: Bärbel Tropp. Jochen Günter, Priska Dietsche, Wolfgang Trambacz, Johannes Oppermann

Die AG BlüHen ist eine der drei Arbeitsgemeinschaften, in der sich Hennefer Bürgerinnen und Bürger im Verein „Agenda 21 der Stadt Hennef“ engagieren. Dieser Verein wurde im November 2003 gegründet, infolge der Welt-Umwelt-Konferenz der UNO 1992 in Rio. Damals in Rio hatte sich Deutschland dazu verpflichtet, die Handlungsaufträge zur Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung umzusetzen. In Hennef startete dieser Prozess der Umsetzung offiziell mit einem Ratsbeschluss Ende 1998, allerdings dauerte es noch fünf Jahre bis zur Realisierung. Nachhaltige Entwicklung war dann 2003 definiert zum einen, „Leben im ökologischen Gleichgewicht ohne die Ressourcen der nachkommenden Generationen aufzubrauchen, zum anderen das Nord-Süd-Gefälle abzubauen.“

In diesem Sinn handeln die Mitglieder der AG BlüHen seit 2018. Der Anstoß: Die erschreckenden Ergebnisse aus dem Jahr 2017, als ein Verein in Krefeld mit seiner Studie auf das dramatische Insektensterben aufmerksam gemacht und damit erstmals eine längst überfällige Diskussion über den Insektenschutz ausgelöst hatte. Die Studie zeigte: Innerhalb von 30 Jahren war die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten um rund 75 Prozent zurückgegangen. Deshalb Bärbel Tropp: „Wir haben inzwischen mehrere feste Projekte etabliert: Die Saatgutbibliothek, die Pflanzentauschbörse, Workshops für den Bau von Insektenhotels, insektenfreundliche Blühflächen auf dem Friedhof in Uckerath“ und nun zuletzt die insektenfreundliche Blühfläche an der alten Schule in Westerhausen, wofür nicht nur der Trägerverein dankbar ist – und dankbar bleibt. Denn die Fläche muss ja auch gegossen und gepflegt werden, damit sich ganz Westerhausen an der Neuerung erfreuen kann.

Die Pflanzen

Wer mehr über die Aktivitäten der Vereine wissen möchte, kann sich unter diesem Link informieren und hier.