Am 12. Januar feierte Christoph Schulz seinen 90. Geburtstag. Am 31. Januar war er nachträglich zu einem Geburtstagsfrühstück in die alte Schule in Westerhausen eingeladen. Der Vorstand des Trägervereins Historisches Schulgebäude Westerhausen – die Vereinsgründung hatte im Jahr 1998 Christoph Schulz initiiert – wollte seinem Ehrenmitglied damit nicht nur eine Freude bereiten, sondern auch seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.
v.l.n.r. die Vorsitzende Christine Händel, Beisitzerin Bärbel Tropp, von hinten Frau Schulz, ihr gegenüber der Jubilar Christoph Schulz
Christoph Schulz, langjähriges Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister von Hennef in den Jahren 1969 bis 1979 und 1984 bis 1999, hatte nicht nur den Verein ins Leben gerufen, sondern schon vier Jahre zuvor beantragt, die Schule nicht zu verkaufen oder abzureißen, sondern unter Denkmalschutz zu stellen und als Treffpunkt für Vereine, Organisationen und Familien zu erhalten. Seine Forderungen waren, wie noch heute zu bestaunen, von Erfolg gekrönt.
Nach Begrüßung zum Geburtstagsfrühstück und Begrüßungsumtrunk gaben Brigitte Neuenfels und Michael Piel vom Mandolinenorchester Hennef-Kurscheid 1924 e.V. ein Ständchen. Ausgewählt zum Anlass spielten sie ein Rondo von Raffaele Calace und das schwungvolle Stück „Ciel d’Italie“ von Louis Lunazzi. Das Mandolinenorchester gehört zum Vorstand des Trägervereins und hat seinen Probenraum seit Jahr und Tag in der Schule in Westerhausen.
Ein Ständchen für den Jubilar
Mit dabei aus der Gründungszeit des Trägervereins waren Christa Dahm, Vorsitzende bis 2023, und Manfred Hanke, Kassierer bis 2023 und tagesaktuelles Geburtstagskind. Aus dem aktuellen Vorstand saßen mit am Tisch Christine und Peter Händel (Vorsitzende und Kassierer), Angelika Jaenicke (Schriftführerin) und Bärbel Tropp (Beisitzerin).
Zu aller Überraschung kam dann noch Andrew Denison dazu, der nicht nur Freund der Familie Schulz ist, sondern Beisitzer im Verein Friedensmuseum Brücke von Remagen. Er wird rund um den Jahrestag zur Brücke von Remagen amerikanische Pfadfinder in der alten Schule in Westerhausen einquartieren, um sie mit der Geschichte der Folgen von Remagen vertraut zu machen.
Natürlich ging es bei Tisch nicht nur um Essen und Trinken, sondern um Geschichten aus Westerhausen und Umgebung, zu denen Hannelene Schulz, die (von ihm so vorgestellte) „ehemalige Verlobte“ von Christoph Schulz, ganz viel aus ihrem Leben beizutragen hatte.
Das Büffet war überreichlich bestückt, denn alle aktuellen und früheren Vorstandsmitglieder hatten ehrgeizig gebacken, gekocht, geschnippelt, eingepackt und dekoriert – und dann, vor lauter Lampenfieber, die Zubereitung von Rührei vergessen, obwohl alles dafür vorbereitet war. Keiner hat es vermisst. Warum?
Weil in den Stunden im unteren Klassenraum der alten Schule in Westerhausen in wunderbar familiärer Atmosphäre gefrühstückt und geplaudert wurde. Wohlgemerkt: Frühstück ist Frühstück. Plauderei ist mehr: Austausch von Erfahrungen, Austausch von Erlebnissen, Austausch von Geschichten. Und das alles hat am 31. Januar in Westerhausen stattgefunden und wird noch mehr Chroniken füllen.
Der langjährige Geschäftsführer des Trägervereins Historisches Schulgebäude Westerhausen e. V. wird sich bei der nächsten Hauptversammlung in 2026 zu unserem Bedauern nicht mehr zur Wahl stellen. Deshalb suchen wir händeringend eine Nachfolge, also einen interessierten Menschen, dem es wichtig ist, dass die alte Schule weiter mit Leben gefüllt wird.
Denn ohne den engagierten Trägerverein gäbe es unter anderem keine Heimat für die örtlichen Vereine, keine Veranstaltungen auf dem Schulhof, kein ehemaliges Klassenzimmer für größere private Feiern und keinen Weihnachtsbaumschmuck auf den Dorfplätzen in Kurscheid und Westerhausen.
Die Satzung des Vereins schreibt ein dreiköpfiges Gremium als geschäftsführenden Vorstand vor. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass wir jemanden dafür gewinnen können, in freundschaftlicher Atmosphäre in unserem Team mitzuarbeiten.
Zu den Aufgaben unseres Geschäftsführers, der nach 28 Jahren Treue zum Verein nicht mehr für den Posten Geschäftsführung kandidieren mag, gehören nicht Termin- und Geldverwaltung und die allgemein üblichen, mehrheitlich abstrakten und in Mustersatzungen aufgeführten Pflichten, sondern vielmehr konkrete Handlungen wie:
Tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung unserer alten Ideen; kreative Beisteuerung neuer Ideen; gemeinschaftliche Sorge um die Pflege von Gebäude und Außenanlagen; Pflege von Kontakten, nicht nur zur Stadt Hennef; helfende Hände bei Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen – und Vertretung der Vorsitzenden bei deren Abwesenheit sowie einmal im Jahr die Abfassung eines Geschäftsberichts.
Wir sind sehr daran interessiert, den Verein mit jungen Ideen zu beleben und hoffen darauf, dass Sie bei uns mitmachen wollen.
Schon im dritten Jahr machte der Trägerverein Historisches Schulgebäude Westerhausen Kindern, Jugendlichen und Eltern das Angebot, an einem Samstag im November in der ehemaligen Schule für die Advents- und Weihnachtszeit Dekorationen zu basteln.
In den Jahren davor hatte Christine Händel, seit April 2023 amtierende Vorsitzende des Trägervereins, diese Bastelzeiten privat angeboten und dafür gesorgt, dass die Dorfweihnachtsbäume in Kurscheid und Westerhausen schön geschmückt waren.
Am vergangenen Samstag, 22 November, haben elf Kinder in Begleitung der Eltern ihr künstlerisches und handwerkliches Können austoben dürfen. Von 10 bis 12.30 Uhr hatte sich das ehemalige untere Klassenzimmer in eine kunterbunte Werkstatt verwandelt, in der es an fünf Arbeitstischen quirlig zuging.
Konzentration am Tisch der Malkünstler
Die Auswahl an Materialien war so groß, dass es für jedes vorhandene oder auch nicht vorhandene Talent etwas zu tun gab. Holz, Papier, Perlen, Pinsel und Farben, Tannenzapfen, Stoffe, Pappe, Leder, große und kleine Kugeln, Gipsformen und und und konnten gesägt, geschnitten, aufgereiht, bemalt oder genäht werden. Und weil der Vorrat an Bastelarbeiten für die Dorfweihnachtsbäume aus den Veranstaltungen der letzten Jahre gut gedeckt ist, durften diesmal die Kinder ihre Arbeiten mit nach Hause nehmen.
Wie schon im vergangenen Jahr brauchten die kleinen Bastler vor allem bei den Laubsägearbeiten Unterstützung der ehrenamtlichen Betreuer, denn ältere Kinder hatten an diesem Tag offensichtlich wieder andere Interessen. Also ließen Christine und Peter Händel, die Mitorganisatorin Manuela Haller sowie Susanne Haas die Kinder zwar genau zuschauen, sorgten aber für ausreichenden Abstand zwischen den kleinen Fingern und den Sägeblättern. Pflaster für die großen Finger lagen für alle Fälle bereit, wurden diesmal aber nicht benötigt.
Die in Hüll und Füll bereit liegenden Materialien hat der Trägerverein zur Verfügung gestellt. Die anwesenden Mütter und Väter konnten je nach Bereitschaft eine Spende zur Refinanzierung in ein Sparschwein stecken.Wer die wunderschönen Ergebnisse der Basteleien aus den Vorjahren bewundern möchte, kann sich ab Ende November in Westerhausen und in Kurscheid die Weihnachtsbäume anschauen.
Wie jedes Jahr stellt der Bürgerverein Westerhausen und Umgebung die Bäume auf den beiden Dorfplätzen auf.