Heimatkunde in alter Schule

Angemeldet hatten sich 35 Interessierte, gekommen sind etliche mehr, und so wurde es ziemlich eng in dem alten Klassenzimmer der historischen Schule in Westerhausen.

Eingeladen hatte der Trägerverein der Schule im Namen seines am 24. April neu gewählten Geschäftsführers Andrew Denison, der seit 1995 in Pleiserhohn wohnt und seitdem zu den Ereignissen am Ende des 2. Weltkriegs im Pleiser Hügelland forscht. Am Abend des Jahrestages 8. Mai, an dem 1945 der Krieg offiziell beendet war, hielt Denison, Direktor des Forschungsverbunds Transatlantic Networks, einen Vortrag.

Im Detail erläuterte er und zeigte anhand von Fotos, Karten, Filmausschnitten und O-Tönen zeigte, wie der Weg der amerikanischen Truppen von Remagen ausgehend bis hierher verlief. Am 7. März 1945 hatten die ersten US-Soldaten die Brücke erobert. Am 20. März eroberten sie Pleiserhohn und am 21. März Westerhausen: „Die deutschen Einheiten igeln sich im Waldgebiet zwischen Thelenbitze und Pleiserhohn ein. Per Funk wird gemeldet, dass es auf einer Linie Kurscheid, Westerhausen, Niederbuchholz und Blankenbach zu schweren Kämpfen kommt. Die in dieser Frontlinie liegenden Ortschaften und die dort stationierten deutschen Einheiten werden mit heftigem Granatwerfer- und Infanteriefeuer eingedeckt. Söven, Rott, Geistingen, Westerhausen, Broichhausen, Kurscheid und Pleiserhohn werden mit schwerer Artillerie beschossen.“

So steht es in der Schulchronik über die Jahre 1939 bis 1945 geschrieben, die unter der Federführung von Christoph Schulz 2005 vom Trägerverein Historisches Schulgebäude Westerhausen herausgegeben wurde. Wer sich für die Details interessiert, kann die Chronik hier unter „Archiv“ nachlesen. Daraus kann man auch erfahren, dass die Schule zeitweilig als Lazarett fungierte.

Von den Folgen dieser Kriegstage zeugen heute noch Einschusslöcher an Gebäuden im Pleiser Hügelland, und auch dazu zeigte Andrew Denison eine Reihe von Fotos, auch das vom „einäugigen Jesus“.

Zeitzeugenberichte und Erinnerungen an Erzählungen in der Familie rundeten die Geschichtsstunde ab: Unter den Besuchern des Abends waren Westerhausener Bürgerinnen und Bürger, die entweder diese schreckliche Zeit als Kinder erleben mussten und davon erzählten oder von ihren Eltern erzählt bekamen.

Vergessen werden darf aber keinesfalls, dass der Abend mit einer Überraschung begann und mit einem gespendeten Büffet endete: Bürgermeister Mario Dahm überreichte der Vorsitzenden des Schulvereins, Christine Händel, eine Urkunde, mit der das „Ehrenamt des Monats Mai“ an sie vergeben wurde. Und was in der Planung als Fingerfood-Imbiss gedacht war, artete zu einem beeindruckenden Büffet aus, zu dem viele Vereinsmitglieder ihre Küchentalente beisteuerten. Das obere alte Klassenzimmer diente dann noch lange der Fortsetzung des Austauschs in lockerer Atmosphäre.

Alte Schule: Abschied und Neustart

Von Wehmut und Zuversicht geprägt war die Mitgliederversammlung des Trägervereins Historisches Schulgebäude Westerhausen, die am 24. April in einem der alten Klassenzimmer stattfand.

Jürgen Kinnart, der seit Gründung des Vereins, also seit nunmehr 28 Jahren, das Amt des Geschäftsführers ausübte, wollte nach dieser langen Zeit nicht mehr kandidieren. Mit großer Dankbarkeit und viel Applaus wurde er aus dem Ehrenamt verabschiedet. Als Mitglied bleibt er dem Verein erhalten, und wenn es seine Zeit zulässt, wird er, so sagte er, auch weiterhin hilfreich zur Seite stehen, wenn Not am Mann sei. In seinem Rückblick auf die Jahre seit Vereinsgründung dankte er allen Mitstreitern für die ereignisreiche und zuweilen abenteuerliche Zeit und betonte: „Vor allem habe ich in dieser Funktion und in diesem Verein gelernt, was Gemeinschaft bedeutet.“ Und: „Ich gehe nicht, weil ich müde bin, sondern damit Neues wachsen kann.“

Der scheidende Geschäftsführer Jürgen Kinnart mit dem Ehrenmitglied Christoph Schulz

Die Aufgaben der Geschäftsführung übernimmt der Politikwissenschaftler und Publizist Andrew Denison, seit 1995 ansässig in Pleiserhohn, der von den anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt wurde. Ebenfalls neu im Amt und einstimmig gewählt ist die seit 2014 in Westerhausen wohnende Gymnasiallehrerin Verena Schnitzler, die sich für den seit drei Jahren offenen Posten der 2. Vorsitzenden aufstellen ließ, weil sie als Historikerin großes Interesse daran hat, die Geschichte der Schule weiter zu begleiten. Und als neue Beisitzerin wurde die seit 2022 in Kurscheid lebende IT-Spezialistin Katja Grampp gewählt, ebenfalls einstimmig.

Nicht besetzt werden konnten die nach wie vor offenen Posten (stellv. Kassierer/in und zwei Beisitzer), aber dennoch rundum zufrieden applaudierte die Versammlung dem gewonnenen Neuzuwachs.

v.l.n.r.: Tim Schnitzler (Beisitzer Blumenkinder), Andrew Denison (neuer Geschäftsführer), Andreas Petersohn (Beisitzer Bürgerverein) hinter Verena Schnitzler (neue 2. Vorsitzende), Robert Draken (Beisitzer Mandolinenorchester) hinter Angelika Jaenicke (Schriftführerin), Peter Händel (Kassierer) hinter Christine Händel (1. Vorsitzende) und Bärbel Tropp (Beisitzerin)

Die vor den Wahlen abgegebenen Berichte von Geschäftsführer, Kassierer und Kassenprüfern sorgten für einen positiven Blick in die Zukunft, und so konnte der Vorstand einstimmig entlastet werden.

Ein Ausblick auf die anstehenden Projekte stand am Ende der Tagesordnung und lieferte einen Beweis für die vielfältigen Aktivitäten:

Nach der Einweihung der Informationsstele am 19. April (wir berichteten) stehen die Termine für den Vortrag von Andrew Denison zu den letzten Kriegstagen im Pleiser Hügelland am 8. Mai (fast ausgebucht), für den Haus- und Hofflohmarkt am 30. August, für das Kinderbasteln im November und für den Waldweihnachtsmarkt am 6. Dezember fest auf dem Programm.

Weitere Pläne sind der behindertengerechte Umbau einer Toilette, die Beschaffung eines weiteren Gerätes für den Spielplatz und die Realisierung eines öffentlichen Schranks für Kinder- und Jugendbücher am Spielplatz. Spenden für die Umsetzung dieser Ideen sind immer und sehr willkommen.

Neue Stele an alter Schule

Nicht nur der Spender Christoph Schulz und der Bürgermeister Mario Dahm sowie der Vorstand des Trägervereins Historisches Schulgebäude Westerhausen waren da, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Westerhausen und Umgebung: Am 19. April wurde um 14 Uhr die Stele eingeweiht, die Vorübergehende und sonst interessierte Menschen über die Geschichte des Gebäudes Rheinstraße 18 informieren soll.

v.l.n.r.: Geschäftsführer Jürgen Kinnart, Spender und Ehrenmitglied Christoph Schulz, Bürgermeister Mario Dahm und Vorsitzende Christine Händel

Denn aus vielen Gesprächen mit Dorfbewohnern ist bekannt, dass die über viele Jahrzehnte dauernde Funktion des Gebäudes als Schule droht, in Vergessenheit zu geraten. Das soll nun verhindert werden.

Als die Schule, erbaut 1877/78, im Jahr 1996 geschlossen wurde, weil der Neubau in Söven eröffnet war, ging es um die Varianten Verkauf oder Abriss oder Erhalt. Christoph Schulz, seinerzeit Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister, hatte es schon lange bedauert, dass es im Dorf keinerlei Räumlichkeiten für Versammlungen mehr gab. Und so war es ihm ein Anliegen, die Schule als Versammlungsort zu erhalten.

Er setzte sich dafür ein, das Gebäude im Besitz der Stadt Hennef zu belassen, sorgte für Denkmalschutz und initiierte die Gründung des Trägervereins. Dafür sind ihm sehr viele Vereine und Initiativen, die die alten Klassenzimmer nutzen, mehr als dankbar.

In seiner Ansprache zur Enthüllung der Stele betonte er, wie sehr ihm die Schule am Herzen liegt, und erzählte, unter welchen Umständen er als Kind ab Mai 1946 mit seinen Eltern in den eigentlich unbewohnbaren Dachmansarden der Schule wohnte. Diese jetzt 80-jährige Verbundenheit mit dem Gebäude führte zu seiner Spende.

Bürgermeister Mario Dahm hob hervor, wie sehr es ihn freue, so großartiges – auch finanzielles – Engagement zu sehen. Dass das Schulgebäude weiterhin mit Leben gefüllt bleibt, ist für ihn ein tolles Zeichen für dörflichen Gemeinschaftssinn.

Und worum ging’s dann noch in den beiden Stunden bei Kaffee und Kuchen: Um Schul- und Dorfgeschichten.

Gesünder is(ß)t besser

Gesünder is(ß)t besser:

  • Vortrag „Der Darm, die Wurzel der Lebenskraft“
  • Vortrag „Vollwertkoste – Warum?“
  • Praxisteil: „Vollwertiges Frühstück“

Am Mittwoch, 15. April, und am Mittwoch, 22. April, finden jeweils um 19 Uhr im Historischen Schulgebäude Vorträge rund um die Rolle von Darm und Vollwertkost statt.

Am Sonntag, 26. April, geht es ab 11 Uhr im Historischen Schulgebäude um die gemeinsame Zubereitung eines vollwertigen Frühstücks. Für diesen Praxisteil wird ein Unkostenbeitrag von 4 €/Person erhoben.Referentin ist Gabriele Engelien, Lebensstil- und Ernährungsberaterin für Vollwertkost.

Für die Veranstaltungen wird jeweils um Anmeldung bis zum 13. April 2026 per E-Mail unter g.engelien@gmx.de oder telefonisch unter 0173 / 291 9036 gebeten.

Einweihung der Infostele

Hiermit lädt der Vorstand des Trägervereins „Historisches Schulgebäude Westerhausen“ e.V. Sie/Euch herzlich zur Einweihung der neu erbauten Infostele ein.

Am 19. April 2026 treffen wir uns um 14 Uhr an der Schule.

Nach dem kleinen Festakt gibt es Kaffee und Kuchen in der Schule. Unser Ehrenmitglied Christoph Schulz wird die Stele als Spender gemeinsam mit Bürgermeister Mario Dahm einweihen.

Für die Planung des Kaffeetrinkens wäre es sehr schön, wenn Sie/Ihr sich/euch über das Kontaktformular oder bei Christine Händel, Hofwiese 2, 53773 Hennef; Telefon 0 22 44 / 875 275 anmeldet.

Trägerverein "Historisches Schulgebäude Westerhausen e.V."
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